11.09.2017

BONJOUR PARIS!

Sommer an der Seine


... unter diesem Motto brachen wir - 50 Schülerinnen und Schüler sowie die vier begleitenden Lehrkräfte Frau Grehl, Frau Hegenbarth-Eimer, Frau Lindhorst und Herr Reising am Montag, 28. August nach Paris auf... und es war wirklich Sommer: Über 30° bei unserer Ankunft am frühen Montagabend. Und das sollte so bis Mittwoch bleiben, dann wurde es "kühler": Die Sonne lachte bei angenehmen 25° C.

 

Nach Bezug der Hotelzimmer die erste Tour auf den Montmartre: Über den Place du Tertre, auf dem sich Maler versuchen, zur Kirche Sacré Coeur, am Ende des 19. Jahrhunderts im "Zuckerbäcker-Stil" erbaut, imposant, auch der abendlich erleuchtete Innenraum. Vor der Kirche Treppen, die die Erhebung hinunterführen, Jugendliche (z.T. in "Wein-Seligkeit") mit Gitarre... und ein phantastischer Ausblick von Norden her auf Paris.

 

Gestärkt mit einem echt französischen Frühstück ging es am Dienstag zunächst mit dem Reisebus auf eine Stadt-Rundfahrt, die uns in 2 1/2 Stunden einen ersten Überblick über die Metropole verschaffte. Endpunkt der Tour war das Hôtel de Ville/Rathaus, von dort zur Kathedrale Notre-Dame, ins Quartier Latin, dem "lateinischen Viertel" - benannt nach der Sprache der Gelehrten an der Universität Sorbonne im Mittelalter, heute eher flippiges Studentenviertel mit vielfältigen Shopping-Möglichkeiten.

 

Kurze Pause im Hotel und dann in der Dämmerung zur Pont de l'Alma und gleich hinauf aufs Oberdeck eines der Bateaux-Mouches, auf dem uns eine Stunde lang die laue Luft der Sommernacht um die Nase wehte, während die angestrahlten Seine-Brücken, der Louvre, die vielen Plätze mit ihren Bauwerken, die Ile de la Cité, Notre-Dame und schließlich der Eiffelturm an uns vorbeizogen: Dass Paris, das wir am Morgen bereits vom Bus aus gesehen hatten, durch das (Scheinwerfer-) Licht in einen derartigen Zauber versetzt werden könnte, hatte keiner von uns vorher gedacht.

 

Am Mittwoch stand Versailles im Mittelpunkt: Imposant die Fassade, als wir uns mit dem Reisebus dem Schloss näherten: Hier bei Ludwig XIV. haben also die Herrscher Europas "abgeguckt" - was dabei herauskam (so z.B. Schloss Herrenhausen in Hannover) ist sicherlich imposant, kann aber an Versailles und seinen Park kaum heranreichen. Besichtigung des Schlosses: Die Gemächer des Sonnenkönigs, "geostet", damit ihm morgens nach dem Ankleiden, bei dem ihm immer wieder Adelige, die würdig befunden waren, assistieren durften, indem sie ihm die Kleidungsstücke reichten oder gar anzogen, gleich die aufgehende Sonne ins Gesicht strahlte. Für uns Deutsche nicht unwichtig der Spiegelsaal, den die preußische Führung im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 zum Ort der Kasiserproklamation vom 18. Januar 1871, die als Gründungsakt des Deutschen Reiches gelten sollte, gewählt hatte. Dann Besuch des Parks mit seinen gigantischen Ausmaßen...

 

Auf der Rückfahrt Stopp in La Défense, dem modernen Geschäftsviertel mit Hochhäusern und der Grand Arche, einem modernen "Triumph"bogen, 1984-1989 auf Initiative des damaligen Staatspräsidenten Mitterand zum 200-jährigen Revolutionsjubiläum in Auftrag gegeben: Versailles und La Défense - jeweils auf ihre Weise "gigantisch" - französisch eben.

 

Was ist Paris ohne einen Besuch im Louvre? - Donnerstagmorgen ging es zur Mona Lisa (und anderen Schönheiten) in diesem "Mega-Museum". Auf dem Vorplatz die Glas-Pyramide (Haupteingang ins Museum), von einem amerikanisch-chinesischen Architekten konzipiert, zunächst umstritten, heute in der Kombination von Alt (Louvre) und Neu nicht mehr wegzudenken. Danach Gang durch die Tuileries zur Place de la Concorde mit seinem Obelisk: Hier stand zur Zeit der Revolution die Guillotine. Da für im französischen Straßenverkehr ungeübte Touristen das Überqueren lebensgefährlich ist, die Todesstrafe in Frankreich aber - Gott sei Dank - schon lange abgeschafft ist, wurden vor einigen Jahren Ampeln installiert, so dass wir gefahrlos auf die Champs-Elysées, den Pariser Pracht-Boulevard gelangten: Hier sind alle großen Marken versammelt, wir mussten uns mit dem Anschauen begnügen: Das Taschengeld der Schüler/innen reichte nicht und die Visa-Card der Lehrer/innen wäre nach der ersten Transaktion sicherlich gesperrt worden. Auf zum Place de l'Etoile/Place Charles de Gaulle mit dem Triumphbogen, dem "Sternplatz", Endpunkt der Tour de France, an dem zwölf große Pariser Straßen zusammenlaufen: Hier gilt "rechts vor links", das klappt, keine Crashes...

 

Der späte Nachmittag/frühe Abend stand dann ganz im Zeichen des Tour Eiffel: Ein grandioser Blick vom Place du Trocadéro, Spaziergang zu den Füßen des Turmes, die obligatorische Kontrolle (wie auf einem Flughafen) nach den Anschlägen in verschiedenen europäischen Städten... und dann hinauf auf den Turm mit dem Aufzug, den Abstieg haben dann einige von uns zu Fuß gemacht: Da lag uns am vorletzten Tag noch einmal Paris zu Füßen... Schnell waren die Bauwerke, an denen wir an den Tagen zuvor vorbeigezogen oder die wir besichtigt hatten, ausgemacht, aus der Vogelperspektive winzig... und doch an den großen Plätzen und Boulevards wohl geordnet.

 

Am nächsten Morgen, Freitag war es geworden, hieß es Koffer packen... Letzte Tour in die City zum Centre Pompidou, einem einer Raffinerie ähnelnden Kulturzentrum und Museum. Wie häufig bei den eher konservativen Hauptstädtern zunächst als "Fremdkörper" kritisiert, jetzt aber angenommen und aus dem Hallenviertel nicht mehr wegzudenken. Dann blieb noch Zeit zum Shoppen, bevor es als (im wahrsten Sinne) krönenden Abschluß zum Hôtel des Invalides mit dem imposanten Grab Napoleons ging.

 

Zurück zum Hotel, um 20 Uhr in den Reisebus... und nach einer ungewohnten Nachtfahrt Ankunft am Samstagmorgen um 6 Uhr in Hameln.

 

Was bleibt: Paris, c'est super!... und für viele von uns die Gewissheit, nach diesen erlebnisreichen Tagen nicht das letzte Mal in Paris gewesen zu sein.

 


Von: Bernd Reising