20.01.2020

Konfliktsimulation

Schülerinnen und Schüler verhandeln über Lösung


In Raum 220 tagt ein Ausschuss der Vereinten Nationen über die Beilegung eines internationalen Konflikts. Die Lage ist kritisch, die Beziehungen wirr verflochten, die Akteure kaum zu durchschauen. Fünf Staaten haben ihre Delegationen entsandt, um unter Aufsicht der UN eine Lösung zu finden. Dazu sind auch Vertreter der weltweiten Presse und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz erschienen. Es ist Dienstag, der 14. Januar, 14:20 Uhr Ortszeit.

Ein Vormittag zäher Verhandlungen, entwaffnender Rückschläge und sensibler Auseinandersetzungen liegt hinter den Delegierten. Es geht um Ressourcen, Flüchtlinge, einen Bürgerkrieg. Lufar, eine Provinz des afrikanischen Staates Malea, hat sich gegen die autoritäre Zentralegierung erhoben und kämpft für ihre Unabhängigkeit. Unterstützt wird sie vom Nachbarland Nongi, das seinerseits gute Kontakte zu Deutschland pflegt.

In enger Verbindung zu Malea agiert das aufstrebende Bonin in Asien, das auf das Rohöl aus der Krisenregion Lufar angwiesen ist.
Es ist ein empfindlicher Konflikt, bei dem die Folgen einer Einzelentscheidung unabsehbar sind, möglicherweise Menschenleben gefährden, diplomatische Beziehungen belasten.

Fast so wie in der politischen Wirklichkeit. Denn die Delegierten sind Schülerinnen und Schüler des Politik-Leistungskurses von Frau Ley und des Grundkurses von Frau Sepulvéda Arango, der Lufar-Konflikt eine fiktive Rivalität von Staaten, die es innerhalb eines Planspiels beizulegen gilt. Konzipiert wurde es vom Deutschen Roten Kreuz innerhalb der Kampagne "Humanitäre Schule"; durch das Planspiel sollen Jugendliche für die Komplexität staatsübergreifender Probleme und möglicher Lösungsansätze sensibilisiert werden. Angelehnt ist der Lufar-Konflikt an den seit 2003 andauernden Bürgerkrieg im sudanesischen Darfur; die Vereinten Nationen bezeichneten diesen Konflikt als derzeit schlimmste humanitäre Katastrophe weltweit.
Im Plenarsaal in Raum 220 ziehen sich die Debatten bis 16:30 hin, lange ist keine Einigung unter den Delegationen in Sicht. Zuletzt müssen die Moderatoren eingreifen und das Planspiel aus Zeitgründen beenden – nachdem die Versammlung haarscharf an einem Konsens vorbei geschlittert ist.


Von: Tudor Turcu