08.02.2020

Neapel, Pompeji, Vesuv

Die X. Italienfahrt des Vikilu


An diesem klaren Morgen des 27. Januar zeichnet sich der Vesuv deutlich vom hellblauen Himmel ab – wie er, keine acht Kilometer von der Küste entfernt, die kampanische Hochebene überragt, über den antiken Ruinen thront. Auf den Videos und Fotografien, die die Schülerinnen und Schüler hier in der Ausgrabungsstätte Pompeji aufnehmen, ist der Vulkan ein allgegenwärtiges Motiv.

Erst in der Frühe des vorigen Tages, um 1:30 Uhr, sind die Schülerinnen und Schüler aufgebrochen. Ein Bus bringt sie nach Düsseldorf, von dort aus nehmen sie den Flieger, der sie nach Neapel bringen soll. Es ist bereits das zehnte Mal, dass Frau Söffker und Herr Schulz eine Schülergruppe auf eine Reise nach Italien begleiten. Und für die Fahrt im Januar und Februar 2020 haben sich ihnen Frau Grehl und Herr Rosenbaum angeschlossen.

Neun Stunden vergehen, bevor die Schülerinnen und Schüler das Hostel im modernen Pompei erreichen. Alle sind müde, der Rest des Tages ist für die Erholung freigestellt. Erst am folgenden Morgen beginnt das Programm für die Gruppe. Die Schülerinnen und Schüler haben Präsentationen vorbereitet, die sie an den jeweiligen Sehenswürdigkeiten halten sollen. Das erste Ziel heißt Pompeji. Oder was von ihm übrig ist. Denn der Vesuv hatte die Stadt bei seinem berühmten Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. unter einer meterhohen Schlammschicht begraben. Für die Menschen in römischer Zeit eine Naturkatastrophe von apokalyptischer Dimension. Für die neuzeitliche Archäologie ein Glücksfall. Denn die vulkanische Asche hat Münzen, Amphoren und Mosaike konserviert, sogar die Gipsabgüsse einiger Opfer des Ausbruchs finden sich im antiken Mauerwerk.

Am Nachmittag wird die Gruppe aus Pompeji entlassen, der Rest des Tages steht den Neapelfahrern zur freien Verfügung. Wer will, schlendert noch über das jahrtausendealte römische Straßenpflaster Pompejis oder setzt sich zu einer Malzeit in eines der Restaurants, die sich auf dem Boulevard drängen. Am Abend sollen die Kleingruppen im wieder Hostel sein, wo sie zwischen den Palmen und Mandarinenstauden im Innenhof mit Musik und regen Unterhaltungen erwartet werden. Indes muss Herr Schulz bekanntgeben, dass Frau Söffker schon am Dienstag krankheitsbedingt die Rückreise nach Deutschland antreten wird. Die Gruppe muss also für den Rest der Fahrt ohne das fließende Italienisch der Lehrerin zurechtkommen.

Und so vergeht die Woche mit einem Rundgang in Neapel, der Erkundung der antiken Stadt Herculaneum, einer Fahrt entlang der felsigen Mittelmeerküste nach in den kleinen Ort Amalfi. Und mit der Besteigung des Vesuv. Sechs Stunden dauert der Anstieg über die schroffen Hänge, dann stehen die Schülerinnen und Schüler am am Kraterrand, überblicken den Golf von Neapel bis weit hinaus aufs Meer.

Schließlich stehen die Reisenden im Archäologischen Nationalmuseum in Neapel vor einem prominenten Mosaik des Altertums. Es zeigt Alexander den Großen hoch zu Pferd und mit einer Lanze in der Hand wie er seinem persischen Rivalen Dareios III. entgegenprescht. Es hatte verschüttet in einer pompejianischen Villa gelegen.

Als es an diesem Samstag dunkel wird, führen Herr Schulz, Herr Rosenbaum und Frau Grehl die Reisegruppe in ein Restaurant und beschließen die Neapelfahrt mit einem gemeinsamen Essen. Im Morgengrauen des 2. Februar wird die Gruppe in einen Bus Richtung Flughafen steigen um gegen Abend Hameln zu erreichen. Noch während der Rückfahrt nehmen die Reisenden die in Italien aufgenommenen Fotografien in Augenschein und durchleben die Fahrt noch einmal. Sie auf ihren Smartphones und Kameras sehen sie felsige Küsten, Ruinen antiker Städte. Und den Vesuv, wie er sich an einem Januarmorgen deutlich vom hellblauen Himmel abzeichnet.

 

 


Von: Tudor Turcu