13.06.2016

Hameln küsst León

Spanien-Austausch: Der Gegenbesuch


Am 13.06.16 ging es los: Nach langem Warten machten wir uns aufgeregt und voller Vorfreude früh morgens auf den Weg nach León, Spanien. León ist nicht einfach zu erreichen: Wir mussten erst mit der S-Bahn nach Hannover fahren, von dort mit dem ICE nach Hamburg und ab Hamburg einen dreistündigen Flug nach Madrid mit einer anschließenden vierstündigen Busfahrt durchstehen.

Nach einer langen Reise kamen wir um 00:45 Uhr erschöpft aber glücklich an.

Die Wiedersehensfreude war groß. Durch den Besuch der Spanier bei uns vor zwei Monaten in Hameln waren bereits viele neue Freundschaften entstanden.

Wir alle freuten uns auf eine aufregende Woche mit vielen Programmpunkten.

Am Dienstagmorgen wurden wir von der Direktorin der „IES Padre Isla“, Frau Ana Isabel Martínez Fernández, begrüßt und herzlich willkommen geheißen. Danach ging es mit dem Bus direkt weiter zu den „Las Médulas“, einer außergewöhnlichen und sehr beeindruckenden Landschaft. „Las Médulas“ war die wichtigste Goldmine des Römischen Reiches und ist Weltkulturerbe der UNESCO. Nach einer Mittagspause fuhren wir dann in den Nachbarort Ponferrada. Dort hatten wir einen freien Nachmittag, den die meisten zum Shoppen genutzt haben.

Am Abend wurden wir dann alle mit der spanischen Esskultur konfrontiert. Abendessen gab es nie vor 22.00 Uhr, für uns dann schon eine ungewöhnliche Uhrzeit. Ich persönlich habe die leckere spanische Küche sehr genossen.

Am Mittwoch wurde uns zuerst von ein paar Schülern die Schule gezeigt. Danach besichtigten wir die Bibliothek der Schule. Anschließend folgten die Hospitation des spanischen Unterrichts und eine Stadtrundfahrt, die leider im Regen verlief.

Nach einem freien Nachmittag hatten wir viel Spaß im „Furor Amarillo“, eine Art Vergnügungszentrum in León.

Ein Hip Hop Tanzkurs und gemeinsamer Unterricht erwarteten uns am Donnerstag. Ein besonderer Höhepunkt war die beeindruckende Besichtigung der Kathedrale sowie der Besuch des Museums von der Kirche „San Isidoro“.

Nachdem wir am Freitag wieder gemeinsam Unterricht hatten, stand uns der Nachmittag zur freien Verfügung. Viele gingen in die Innenstadt und/oder deckten sich mit Souvenirs ein.

Der Tag wurde mit einer etwas frühzeitigen „Fiesta de Despedida“, einer Abschlussfeier, gekrönt. Ähnlich wie bei uns in Hameln hatten die Gastfamilien spanische Spezialitäten mitgebracht und es gab ein tolles Buffet.

Der Samstag sowie der Sonntag verliefen im Kreise der Familien.

Meine Gastfamilie und einige weitere Familien mit ihren Austauschschülern haben den Samstag zu einem Ausflug nach Astorga, einem Nachbarort von León genutzt, um zusammen bei strahlendem Sonnenschein die Stadt zu besichtigen. Ein Höhepunkt dieses Tages war dann der Besuch des berühmten „Museo del Chocolate“ (Schokoladenmuseum), wo wir die köstliche Schokolade nicht nur als Souvenir kaufen, sondern auch in allen Varianten probieren konnten.

Den Sonntag nutzen alle unterschiedlich. Manche fuhren ans Meer, andere gingen schwimmen oder nahmen am „Color Run“ teil, einer Laufveranstaltung, bei der man mit Farben beworfen wird, die zufällig an diesem Wochenende in León stattfand.

Mit bedrückter Stimmung begann viel zu früh der Montagmorgen. Wir trafen uns um 05:15 Uhr vor der Schule, wo unser Bus nach Madrid schon bereit stand. Der Abschied verlief wieder sehr emotional, viele weinten. Dieser Abschied war schwerer als beim Besuch der Spanier in Hameln, weil wir alle wussten, dass es in zwei Monaten keinen Gegenbesuch geben wird und sich unser Kontakt in Zukunft auf WhatsApp oder Ähnliches beschränken wird.

Vielen Dank an Frau Will und Frau Vidal, die vermutlich froh waren, dass wir Montagabend wieder gesund und munter in Hameln ankamen. Alles war gut gelaufen und es war eine tolle, aufregende Woche mit vielen neuen Erfahrungen und viel Spaß.

Der erste Spanien-Schüleraustausch war ein voller Erfolg und wir wünschen allen anderen Spanischklassen, dass sie auch die Möglichkeit haben, dieses zu erleben.

Greta Prentzel


Von: Greta Prentzel