30.09.2021

Juniorwahl

Vikilu wählt


Juniorwahl - Vikilu wählt

Zum ersten Mal eine Wahlbenachrichtigung erhalten, in einer Wahlkabine seine Stimme abgeben und den Stimmzettel in die Wahlurne werfen – das erlebten unsere Schüler*innen im Vorfeld der Bundestagswahl: Als eine von 558 niedersächsischen Schulen nahm das Vikilu an der Juniorwahl teil.

Dieses bundesweite Projekt unter der Schirmherrschaft des Bundestagspräsidenten ermöglicht Jugendlichen politische Teilhabe über den Unterricht hinaus. Wahlen werden natürlich regelmäßig im Fach Politik-Wirtschaft thematisiert, hier jedoch fungieren Schüler*innen als Wahlvorstände, organisieren die Durchführung der Wahl und zählen das Ergebnis aus. Voller Spannung wurden sowohl das am Wahlabend um 18 Uhr veröffentlichte bundesweite Ergebnis (die Internetseite brach mehrfach zusammen) als auch das unserer Schule erwartet.

Wie aber haben die Vikilu-Schüler*innen nun abgestimmt?

Das Mandat für den Wahlkreis vergaben 50 % an den SPD-Kandidaten Johannes Schraps, das entspricht in etwa dem tatsächlichen Ergebnis für unseren Wahlkreis. An zweiter Stelle steht am Vikilu Helge Limburg von den Grünen mit 17 %. Dem FDP-Kandidaten Moritz Mönkemeyer gaben am Vikilu doppelt so viele Wählende ihr Stimme (13 %) wie bei der Bundestagswahl (6,9 %), Mareike Lotte Wulf von der CDU erreichte 12 %. Bei der Bundestagswahl hingegen lag Wulf mit 25,5 % an zweiter Stelle vor Limburg (10,1 %).

Bei der Vergabe der Zweitstimmen gibt es eine starke Abweichung zwischen Juniorwahl und Bundestagswahl. Die meisten Vikilu-Stimmen bekamen die Grünen mit 26,75 %, jedoch liegen sie fast gleichauf mit der SPD (26,43 %). Drittstärkste Kraft ist am Vikilu die FDP mit 15,29 %, dicht gefolgt von der CDU mit 14,49 %. Alle anderen Parteien konnten hier die 5-%-Hürde nicht überspringen. Bei der Bundestagswahl hingegen gewann die SPD in unserem Wahlkreis klar mit 36,8 %, hinter ihr folgen die CDU (22,7 %), Grüne (13,1 %), FDP (10,4 %), AfD (8,8 %) und Linke (6,6 %).

Gemessen am bundesweiten Ergebnis der Juniorwahl liegt das Vikilu bzgl. der großen Parteien im Trend. Allerdings hätten bundesweit auch die Linke (7,6 %) und die Afd (5,1 %) die 5-Prozent-Hürde genommen.

Was passiert nun mit den Ergebnissen der Juniorwahl über eine Analyse im Unterricht hinaus?

Der bundesweite und schulformübergreifende Charakter der Juniorwahl macht das Ergebnis repräsentativ für eine ganze Generation. Die Politik ist gut beraten, die Stimmung dieser angehenden Erstwähler*innen wahrzunehmen und in ihren Entscheidungen zu berücksichtigen. Die wissenschaftliche Begleitung dieses Projekts durch mehrere Universitäten formuliert als Effekte unter anderem eine Erhöhung der Wahlbeteiligung bei Erstwähler*innen und Eltern sowie mehr politische Diskussionen innerhalb der Familien, steigendes Interesse an Parteien sowie eine erfolgreiche Integration von Schüler*innen nicht-gymnasialer Schulformen in die Gesellschaft. Dies ermutigt die Initiator*innen, die Teilnahme aller weiterführenden Schulen bis zum Jahr 2030 zu erreichen.


Von: Svenja Sepúlveda und Sigrun Hegenbarth-Eimer