18.08.2016

Liège 2016

Exkursion nach Belgien


374 Stufen zählt die Treppe an der Montagne de Bueren in Liège, für einige Lütticher Zugang zu ihren Häusern: Da muss der tägliche Einkauf Spaß machen...

Die Zeugniskonferenzen waren "gelaufen", da nutzten 28 Französisch-Schüler/innen aus den Klassen 8-11 mit ihren Begleitern Frau Lindhorst und Herrn Reising die Zeit bis zu den Sommerferien zur schon zur Tradition gewordenen Fahrt nach Belgien.

Homebase, wie man typisch französisch zu sagen pflegt*sourire*, war die Auberge de Jeunesse/Jugendherberge Liège/Lüttich, ein altes umgebautes Kloster mit modernen Vierer-Zimmern, einem schönen Innenhof (wohl dem ehemaligen Kreuzgang) und einer gut ausgestatteten Selbstkocher-Küche, in der viele von uns - sieht man einmal von einem gemeinsamen Grill-Abend ab -  ihre Kochkünste ausprobierten. Zuvor musste eingekauft werden, eine von vielen Möglichkeiten, sein Französisch zu trainieren, spricht doch - obwohl nur 50 km von Aachen, also Deutschland, entfernt -  kaum jemand Deutsch.

Neben unseren Aktivitäten in Liège, einem abendlichen Deutschland-Spiel im Rahmen der Fußball-EM, das vom belgischen Fernsehen natürlich auf Französisch kommentiert wurde, standen zwei Ganztagsausflüge auf dem Programm: Bruxelles/Brüssel und Namur.

Bruxelles überzeugte als europäische Hauptstadt durch seine Eleganz, schicken Geschäfte und - wohl wegen der vielen Europa-Politiker!? - zahlreichen Restaurants: Die "Dichte" der Sterne-Restaurants soll hier höher sein als in Paris! Die Oberstadt mit dem königlichen Palast, dem Musikinstrumenten-Museum und dem Musée Margueritte standen auf dem Programm, ebenso wie die Unterstadt mit dem Grand' Place und dem Manneken Pis, der fröhlich vor sich hin... Bei den europäischen Institutionen war - obwohl erst Mitte Juni - schon Sommerpause!

Eine weitere Exkursion ging nach Namur, der Hauptstadt der französischsprachigen Wallonie, am Zusammenfluss von Sambre und Maas gelegen. Im Regen ging's hinauf zur Zitadelle, in die Kasematten (in den dunklen Gängen waren wir vor dem Regen geschützt!), danach in die malerische Altstadt.

Immer wieder mussten die Teilnehmer/innen ihre französischen Sprachkenntnisse (re-)aktivieren, der eine und die andere sollen sich auch mit Englisch "durchgemogelt" haben! - Einen Schüleraustausch mit "Familen-Anschluss" kann die Tour nach Belgien sicherlich nicht ersetzen, dennoch haben nicht wenige Schüler/innen in den Tagen die Erfahrung gemacht, dass Französisch keine "Erfindung" von Lehrkräften ist, die sie mit Vokabel- und Grammatiktests "quälen" wollen, sondern eine Sprache, die wirklich gesprochern wird... und die zugleich einen Lebensstil verkörpert, dem man schon ein paar Kilometer hinter der deutschen Grenze begegnen kann.

Der Applaus nach der Ankunft in Hameln zeigte, dass die Fahrt gefallen hat... Nächstes Jahr brechen wir wieder auf nach Belgien!


Von: Bernd Reising

Flaggen einiger Teilnehmerländer der Fußball-EM - gelegt mit Blumen, die verwelken wie die Hoffnungen einiger Mannschaften.

Auf dem Brüsseler Grand' Place, einem der schönsten Plätze Europas: Die Zunfthäuser und das Rathaus zeigen, wie wohlhabend die Bürger der Stadt im Mittelalter waren.