Kunst
Aya Al-Haibi (Jg. 5), Deckblatt für Kunstmappe (Bleistift, Buntstift und Filzstift auf Papier).

Das Fach Kunst genießt an einem musisch-künstlerisch orientierten Gymnasium wie dem Vikilu einen hohen Stellenwert. Künstlerisch begabte Schülerinnen und Schüler werden hier sehr gut gefördert. Mit ihren Werken, wie z. B. den Hundertwasser-Häusern leisten sie nicht nur einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung unseres Schulgebäudes, sondern treten mit der jährlichen Präsentation der Vikilu-Kunstkalender oder mit Projekten wie der Gestaltung der Hamelner Bahnhofstunnel oder von Programmheften der Hamelner Kantorei immer wieder auch an eine breite Öffentlichkeit heran.

Lehrerinnen und Lehrer

Herr Habenicht, Herr Hagemann, Frau Ketelhut, Frau A. Rudsinke, Frau Schröder, Frau Zabel.

Abiturvorgaben zum Download

für die Jahre 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019

Aktivitäten

Vikilu-Kunstkalender

Seit vielen Jahren veröffentlicht das Vikilu Kunstkalender mit den besten Arbeiten von Schülerinnen und Schülern aus unserem Kunstunterricht.

Die Kalender der letzten Jahre sehen Sie hier (die gedruckten Exemplare sind ausverkauft):

Weitere Kalender aus früheren Jahren finden Sie Opens internal link in current windowhier.

Kunst-Lk schenkt dem Vikilu zum Abschied einen Ausblick ins All Neues Wandgemälde im 3. Stock

Zum Abschluss ihrer aktiven Schulzeit und vor ihren Prüfungen haben die Schülerinnen und Schüler unseres Kunst-Leistungskurses noch einmal ihre ganze Kreativität aufgeboten und dem Vikilu ein wunderschönes Wandgemälde hinterlassen. Es befindet sich zwischen den beiden Eingängen zum Physikraum 303 und zeigt einen Blick ins Weltall. Ein passender Standort für dieses Motiv. Der über der Erde schwebende Astronaut trägt auf seinem Anzug auch das Motto des 18er-Abi-Jahrgangs. Neben dem Gemälde haben sich die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Handabdrücken verewigt. Der Kunst-Lk setzt damit eine lange und beliebte Tradition am Vikilu fort. Auch in den Treppenhäusern lassen sich Bilder früherer Abiturkurse bewundern. Im Vorjahr gestaltete der Kunst-Lk den Aufgang zu den Kunstsälen mit einem Unterwasser-Gemälde. Das Vikilu sagt aufs Neue: Herzlichen Dank für Euer Engagement und Eure tolle Arbeit, die hier noch einmal mit einigen Fotos dokumentiert wird! :-)

Vikilu bei den Schulkunstwochen Ausstellung in der arche

„Einfach wirklich toll“ – so lautete die Überschrift im Bericht der DEWEZET zur Eröffnung der Ausstellung in der Arche am 16.02.2018. Und in der Tat waren wieder großartige Arbeiten von Schülern der Jahrgänge 10 bis 12 der Hamelner Gymnasien und der 10. Klasse der KGS Bad Münder zusammengekommen. Ein bedeutender Anteil zu dieser Ausstellung wurde wie schon in den Vorjahren von Schülerinnen und Schülern des Vikilu beigetragen. Die Fotos zeigen nur einen kleinen Teil der Werke von Vikilu-Schülern. Die Ausstellung lief bis zum 14.03.2018 in den Räumen der Künstlergruppe arche im Haspelmathturm (Kastanienwall 12). 

Vikilu in der Ewigen Stadt Romfahrt 2017

Ein unglaubliches Gefühl, in der Sixtinischen Kapelle an die hohe Decke zu blicken und mit eigenen Augen zu sehen, was in Bildanalysen und Fernsehdokumentationen so hochgelobt und in der ganzen Welt so sehr bestaunt wird.

Wenn man am Ende eines Boulevards das Kolosseum oder den Petersdom aufragen sieht und in Restaurants oder Bistros neben der Spanischen Treppe oder den alten Tempeln sein Mittagessen zu sich nimmt oder Straßenkünstler bewundert.

Für uns, 46 Schüler des 10. bis 12. Jahrgangs, ging es am 15. Oktober 2017, von Hannover aus auf die neunte Italienfahrt des Vikilu, die zweijährlich angeboten wird. Begleitet von Herrn Dr. Glaubitz, Frau Söffker, Frau Dr. Kempf, Herrn Hagemann und Herrn Schulz erreichten wir etwa um die Mittagszeit, nach einer Zwischenlandung in Frankfurt, den Flughafen Roma Fiumicino.

Unsere Unterkünfte waren Bungalows im "Camping Village Roma" an der Via Aurelia, vier Kilometer vom Stadtzentrum entfert und ausgestattet mit Restaurant, Pool und Frühstückssaal.

In sieben Tagen und bei sommerlichem Wetter besuchten wir das Kolosseum und das Forum Romanum, die Vatikanischen Museen in ihrer Vielfalt an weltweit bekannten und berühmten Kunstwerken, die Sixtinische Kapelle und den Petersdom, später noch einige Kirchen und berühmte Plätze wie etwa die Piazza di Spagna mit der Spanischen Treppe. Für alle Sehenswürdigkeiten auf unserem Tagesplan hatten Schülergruppen Vorträge vorbereitet. Morgens nahmen wir den Bus und die Metro, um zu unseren Tageszielen zu gelangen, Nachmittags hatten wir Freizeit und durften uns in Gruppen aus mindestens drei Schülern in Rom frei bewegen

Zum Schluss mussten wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Camping-Dorf zurück finden - auf größeren Plätzen, in Menschenmengen und vor allem in der Metro immer ein wenig um unsere Taschen besorgt.

Abends saßen wir meist im Restaurant oder vor unseren Bungalows, redeten und lachten bei Snacks und Musik, sangen Partysongs und ließen den Tag in einer herrlichen ausgelassenen Stimmung ausklingen. Eine großartige Gelegenheit, Zeit mit seinen Freunden zu verbringen und neue Freunde zu finden.

Am 22. Oktober traten wir schließlich unsere Rückreise Richtung Hannover an, mit einer kurzen Zwischenlandung in München.

Hier ein Dankeschön an die begleitenden Lehrerinnen und Lehrer.

Rom war für uns alle eine tolle Erfahrung und eine Faszination, historisch-kulturell wie sozial. Wir haben seit Jahrhunderten berühmte Meisterwerke der Kunst und Architektur gesehen und gleichzeitig hat Rom unser Miteinander gestärkt.

Die Romfahrer auf dem Forum Romanum
Vorbereitung auf die Sixtinische Kapelle
In Ostia Antica

Ein Besuch in der Welthauptstadt der modernen Kunst Vikilu-Kurse auf der Documenta 14 in Kassel

Am 24.08.2017 sind die Kunst-LKs des Vikilu und ein paar Kunstinteressierte aus E-Kursen zur Documenta 14 per Bus nach Kassel zur weltweit größten Ausstellung für zeitgenössische Kunst gefahren.

Was die Documenta ist? Alle fünf Jahre stellen ausgewählte KünsterInnen hier ihre Werke aus. Das Besondere an der Documenta ist unter anderem die Ausstellungsweise. Die Skulpturen, Dokumentationen, Fotos, Collagen, Installationen, Gemälde und Stickereien sind kreuz und quer in Kassel verteilt. Entweder in einem der vielen Ausstellungsgebäude oder auch auf öffentlichen Plätzen können die Besucher sie bestaunen und interpretieren.

Nach drei Stunden Fahrt bekamen wir die 200.000-Einwohner-Stadt Kassel zu Gesicht, ein ernüchternder Blick auf die vielen Plattenbauten am Stadtrand. In einem alten Post-Gebäude, jetzt die ,,neue Neue Galerie" (kein Tippfehler – es gibt auch die „Neue Galerie“), konnten wir endlich die ersten Werke betrachten. Eine Wandinstallation, die mehrere Meter hoch und bestimmt fünfzehn Meter breit war, versetzte uns in eine ungewohnt unheimliche Stimmung. Gespannt, was uns als nächstes begegnen würde, gingen wir weiter. Ein Kunstwerk fiel uns sofort ins Auge: eine Seifenverkäuferin hinter einer Absperrung, deren kunstvolle Präsentation der Seife selbst einen Teil des Werkes darstellte. Für 20 € konnten die Besucher beim Kauf der Seife selbst Teil dieses Werkes der nigerianischen Künstlerin Otobong Nkanga werden. Die Öle aus der Seife stammen aus vielen verschiedenen Ländern, und in die Seife ist der typische Hausaufbau einer nigerianischen Familie eingeprägt – Kulturunterricht inklusive also. Etwas, was uns außerdem mit Sicherheit im Gedächtnis bleiben wird, ist eine Installation von etlichen Rentierschädeln mit Einschusslöchern, die geordnet von der Decke hinab hingen und aus etwas Entfernung den Eindruck eines gewöhnlichen Vorhangs machten. Die norwegische Künstlerin Máret Ánne Sara, eine Angehörige des Volks der Samen, will damit Kritik an der norwegischen Regierung üben, welche die Dezimierung der Rentierherden angeblich zum Schutz der Weiden, vermutlich aber für die spätere Gewinnung von Bodenschätzen anordnete. So mussten auch viele Rentiere der Familie der Künstlerin getötet werden. Irritierend an dem Anblick dieses Werkes war sein schönes Aussehen trotz der vielen Schädel und des schockierenden Hintergrundes – eine wirklich gelungene Installation, wie wir finden.

In der nächsten Ausstellungshalle, der „Documentahalle“, rätselten wir über die Bedeutung einer weiteren Installation. Hier hingen meterhoch Fäden aus roter ungesponnener Wolle von der Decke, ein Kunstwerk der aus Chile stammenden Künstlerin Cecilia Vicuna. Gerade wegen ihrer Größe und der besonderen Haptik der Wolle ist die Skulptur ein Blickfang. Es wurde laut der offiziellen Documenta-14-Website „zu Ehren einer synkretistischen religiösen Tradition, die durch die Nabelschnur menstrueller Symbolik die Muttergottheiten der Andenregion mit den maritimen Mythologien des alten Griechenland verknüpft.“ geschaffen. Darauf sind wir leider nicht gekommen, interessant war es trotzdem.

Zu sehen gab es auch viel vor dem „Fridericianum“ auf dem Friedrichsplatz. Neben einigen anderen Großinstallationen wie dem „Parthenon der verbotenen Bücher“ erinnerte der irakisch-deutsche Künstler Hiwa K mit aufeinander gestapelten Abwasserrohren an die Situation der Flüchtlinge, die in Griechenland auf ein Weiterkommen warteten und in solchen Röhren wohnten. Hiwa K hat mit Design-Studenten zusammen jede Röhre individuell eingerichtet. Die Studenten haben selber 24 Stunden (unter großen Schwierigkeiten) in der Waagerechten den Aufenthalt in den Röhren erprobt. Mit dem Symbol der Waagerechten geht auch ein Protest gegen die vertikal orientierte Konsumgesellschaft und den Kapitalismus einher.

Für uns Schüler war die Documenta 14 unsere erste Documenta überhaupt und wir waren durchweg positiv überrascht von der Vielfalt der Werke und deren politischem Hintergrund, auch wenn Letzteres in Kennerkreisen häufig kritisiert wurde. Leider reichte die Zeit nicht annähernd aus, um alle Ausstellungsorte zu besuchen, bevor wir wieder zurück nach Hameln fahren mussten, wo wir am späten Nachmittag ankamen.

Ein großes Danke geht an unsere Lehrer und die Schule für die Organisation dieser Fahrt.

Myriam Doppke und Sophie Graf

Vikilu-Kunst im Hamelner Bahnhof Schülerinnen und Schüler gestalten Unterführung mit Wandbildern

Über die Jahre war sie etwas schmuddelig geworden - die Unterführung, die von der Hamelner Bahnhofshalle zu den Gleisen 2 und 3 Richtung Hannover und Paderborn führte. Deshalb fragten die Stadtwerke, bei denen sich viele Beschwerden häuften, beim Vikilu und der Eugen-Reintjes-Schule an, ob man den Tunnel nicht mit bunten Kunstwerken verschönern könnte. Und so gestalteten in monatelanger Arbeit Schülerinnen und Schüler beider Schulen zusammen mit ihren Lehrkräften Wandgemälde zum Thema "Mobilität" - bunt, lustig, dynamisch und immer wieder mit regionalem Bezug. Seit 2014 hängen die Werke und nehmen dem Tunnelweg die bis dahin vorherrschende Tristesse: Leinwand statt Graffiti, Kunst statt Schmiererei, und zugleich machen die Bilder die ankommenden Besucher neugierig auf die Rattenfängerstadt. Das Vikilu darf sehr stolz sein, dass uns und der ERS ein so schönes Projekt anvertraut wurde! 

Projekt Synagogenbau Ein Projekt des Kunst-Lk 2003/04

1. Zur Geschichte der Synagoge in Hameln

Edwin Oppler (1831-1880), königlicher Baurat in Hannover und einer der erfolgreichsten jüdischen Architekten des 19. Jahrhunderts, erbaute im Jahre 1879 an der Bürenstraße in Hameln eine Synagoge. Betont im Gegensatz zum damals beliebten maurisch-orientalischen Stil verwandte er vorwiegend neoromanische Stilelemente.

In der Nazizeit waren die Juden in Hameln wie überall in Deutschland schweren Angriffen bis zur Ermordung ausgesetzt. Dabei wurde auch die Hamelner Synagoge zerstört. Bernhard Gelderblom beschreibt die Zerstörung der Hamelner Synagoge am 9. November 1938:

"Die Synagoge wird geplündert und dann in Brand gesetzt. Das Feuer will zunächst nicht in Gang kommen; Stroh wird in den Innenraum geschafft. Eine plötzlich umschlagende Feuerlohe ver­letzt SS-Männer, die sich im Gebäude aufgehalten hatten.Das Bauwerk brennt bis auf die Au­ßenmauern nieder. Die Täter sind Ha­melner Bürger, überwiegend SA-Leute und einige SS-Männer. Gestapo-Be­amte beschlagnahmen das Archiv der Synagoge. Polizei und Feuerwehr sind anwesend; die Feuerwehr schützt die Nachbarhäuser." (B.Gelderblom, Sie waren Bürger der Stadt, Hameln 1997, S.55)

Im Jahre 1997 wurde wieder eine jüdische Gemeinde in Hameln gegründet, die schnell auf über 200 Mitglieder anwuchs. Die Gemeinde kaufte 2001 das Land, auf dem die Synagoge bis 1938 stand, und plante dort wieder eine Synagoge zu errichten. Im Jahre 2011 - sieben Jahre nach dem Schülerprojekt - konnte der Neubau verwirklicht werden.

2. Warum bearbeitet ein Kunstkurs dieses Thema?

Eine wichtige Aufgabe der Schule ist es, die  Bedeutung dieses Teils der deutschen Geschichte bewusst zu machen. Die schrecklichen Verbrechen, die auch in Hameln geschahen, dürfen nicht in Vergessenheit geraten, damit so etwas nie wieder geschehen kann. Erfreulich ist es aber, wenn trotz der Schatten der Vergangenheit etwas Neues wachsen kann. Für die Schüler und Lehrer des Viktoria-Luise-Gymnasiums hat der Neubau der Synagoge noch eine zusätzliche Bedeutung, da unsere Schule direkter Nachbar der zukünftigen Synagoge sein wird. Ein Sachbereich des Kunstunterrichts der Oberstufe, "Gestaltete Umwelt", behandelt schwerpunktmäßig das Thema Architektur. Dabei ist sehr motivierend, wenn die Anforderungen des Lehrplans durch ein aktuelles Projekt einen engen Bezug zur Praxis bekommen. Wir sind daher den Mitgliedern der jüdischen Gemeinde sehr dankbar, dass sie uns erlaubt haben an diesem Thema zu arbeiten und uns durch Informationen und Zuspruch unterstützt haben.

3. Worin bestand die Aufgabe?

Die jüdische Gemeinde machte nur wenige Vorgaben. So sollten ein Gebetsraum, Büro- und Unterrichtsräume und Raum für ein "Museum der Toleranz" in der zukünftigen Synagoge entstehen. Für die architektonische Gestaltung wurden praktisch keine Einschränkungen vorgesehen. Für den Bau ergeben sich allerdings sachliche Einschränkungen aus der Größe, Form und Umgebung des Grundstückes. Die Schüler sollten dies in ihren Entwürfen berücksichtigen. Ansonsten sollte der Phantasie keine Grenze gesetzt werden. In sechs Arbeitsgruppen erstellten die 17 Schülerinnen und Schüler jeweils ein Modell im Maßstab 1:50, eine Zeichnung der Fassade, Grundrisse der Stockwerke und eine Projektmappe zur Erläuterung ihres Vorhabens. Während im Schulunterricht Architekturgeschichte behandelt wurde, gestalteten die Arbeitsgruppen ihre Entwürfe in etwa zweimonatiger Arbeit überwiegend zuhause ohne weitere Einwirkung des Lehrers.

4. Der Besuch des amerikanischen Architekten Arnold Oppler

Während der Arbeit waren wir immer wieder in Kontakt mit der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde, Frau Rachel Dohme. So war es für uns sehr interessant zu hören, dass sie den Urenkel des Architekten Edwin Oppler, Herrn Arnold Oppler, kennen gelernt hatte und dass dieser ? selbst amerikanischer Architekt ? den Neubau der Synagoge durchführen will. Die Schüler waren dann sehr aufgeregt, als Herr Oppler und Frau Dohme uns in der Schule besuchten und sich die Arbeiten präsentieren ließen. Obwohl die Schüler ihre Entwürfe auf Englisch erläutern mussten, war das Treffen mit Herrn Oppler für alle Teilnehmer eine sehr schöne Erfahrung. Sehr einfühlend setzte sich Herr Oppler mit den Werken auseinander, lobte sie und bestärkte dabei die Schüler mit dem Vorschlag einer öffentlichen Präsentation. Herr Dr. Wünsche von der DWZ berichtete von diesem Treffen mit einem ausführlichen Artikel in der Zeitung.